Frühjahr 1974: Auf der Zielgeraden zum Erhalt der Selbständigkeit

05. April 2024

Der Entwurf für das Schlussgesetz befindet sich seit Ende 1973 im paralamentarischen Verfahren im Landtag. Es war aber noch lange nicht ruhig. Eine Selbständigkeit Ortenbergs wertete man in Offenburg als eine „eklatante Fehlentscheidung“. Am 16. Januar 1974 las man in der landeweit erscheinenden Stuttgarter Zeitung (!) die Schlagzeile: „Landbürgermeister trickst Ratsherren aus“.

Darin wird berichtet, wie sich „der ganze Zorn der Offenburger Kommunalpolitiker, von einem Landbürgermeister ausgetrickst worden zu sein entlud“, weil es Litterst gelang, auch unter Mithilfe von Robert Ruder, Ortenberg als Teilverwaltungsraum durchsetzen zu können. Ebenso wird erwähnt, dass Oberbürgermeister Heitz von Innenminister Schiess erfahren haben soll, dass jener mit der Lösung für Ortenberg nicht glücklich gewesen sein soll. Verifiziert durch ein Statement von Schiess selbst, wird diese Aussage aber nicht. Stattdessen wurde zur üblichen martialischen Rhetorik gegriffen und Ortenberg als „Pfahl im Fleisch“ von Offenburg bezeichnet. Manch eine Umlandgemeinde habe die berühmte Flinte möglicherweise zu früh ins Korn geworfen und viele hätten Angst vor einer möglichen Zwangseingemeindung gehabt. Mehr dazu hier!